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© RPTU

Vor der Preisverleihung fand eine ordentliche Mitgliederversammlung statt. Dabei beschlossen die Mitglieder offiziell den neuen Namen des Vereins, der mit Übergang der TU Kaiserslautern in die RPTU längst auf der Agenda stand. „Als Freundeskreis der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität (RPTU) in Kaiserslautern – die Satzungsänderung wird in Kürze wirksam – werden wir auch in Zukunft unterstützend hinter unserer Universität stehen“, sagte die Vorsitzende und ehemalige Landtagsabgeordnete Marlies Kohnle-Gros. Aktuell gehören dem Freundeskreis rund 1.500 Einzelpersonen, darunter zahlreiche Absolventinnen und Absolventen der Universität, sowie gut 130 Unternehmen an. „Wir sind mit der Universität in Kaiserslautern seit Jahrzehnten eng verbunden und legen den Fokus weiterhin auf die Förderung hier vor Ort. Aber wer weiß, vielleicht werden wir bald schon, gemeinsam mit dem Freundeskreis der RPTU, , Abschlussarbeiten auszeichnen, die standortübergreifend entstanden sind? Das würde uns sehr freuen.“, fügt Kohnle-Gros hinzu.

Acht wissenschaftliche Herausforderungen, acht kluge Köpfe

Anschließend gehörte die Bühne ganz den acht jungen Menschen, die mit ihren Studien- und Forschungsleistungen rundum überzeugt haben – nicht nur an ihrer Universität, sondern auch in der internationalen Forschungscommunity. Sie haben in ihren Arbeiten neue wissenschaftliche Erkenntnisse beigesteuert bzw. bestehende Modelle oder Ansätze in hervorragender Weise und mit viel Forschergeist weiterentwickelt. „Mit der Preisvergabe unterstützen wir den wissenschaftlichen Nachwuchs zum einen finanziell. Zum anderen ist die Auszeichnung eine Referenz, die den Lebenslauf dauerhaft bereichert“, sagt die Freundeskreis-Vorsitzende. Sie begrüßte die Teilnehmenden, während Professor Dr. Werner R. Thiel, Vizepräsident für Forschung an der RPTU in Kaiserslautern, die Moderation der Preisverleihung übernahm und sich auf „eine Vielfalt an spannenden Forschungsthemen“ freute.

Die erste Auszeichnung vergab er an Pascal Lange. Er hat im Rahmen seiner Masterarbeit ein (fiktives) Deutsches Nähmaschinenmuseum entworfen, das in einem der letzten verbliebenen Gebäude auf dem Gelände des Kaiserslauterer Nähmaschinenherstellers PFAFF seinen Platz findet. Dabei hat er nicht zuletzt vorhandene Bauteil im Sinne des „Bauen im Bestand“ wiederverwertet. Besonderen Eigenschaften von Krebszellen auf der Spur war Kristina Keuper. Sie hat in ihrer Promotionsarbeit untersucht, wie diese trotz abnormaler Chromosomenzahl und instabilem Genom lebensfähig sind und damit vielleicht erste Ansatzpunkte für neue Krebstherapien geschaffen.

Paul Nikolaus hat sich dagegen in seiner Promotionsarbeit mit unbelebter Materie, konkret mit Verzögerungen oder Warteschlangen in Datennetzen beschäftigt. Dabei hat die bereits gebräuchliche Berechnungsmethodik des deterministischen Netzwerkkalküls mittels Stochastik auf eine neue, effizientere Ebene gehoben und hierfür zahlreiche mathematische „Nüsse“ geknackt. Strukturbildung von Bauteiloberflächen, insbesondere von harten metallischen Oberflächen wie Stahl oder Titan, hatte Paul Breuninger im Blick. Ziel seiner Promotionsarbeit war es, definierte Mikrostrukturen zu erzeugen, mit denen sich physikalische Eigenschaften wie etwa Benetzung, Reibung oder Verschleiß beeinflussen lassen.

Tessa Nogatz hat im Rahmen ihrer Promotionsarbeit mittels Computertomografie Beton unter steigender Belastung untersucht, bis es zu Rissbildung kam. In diesem Zusammenhang wichtig zu verstehen ist, was sich von Belastungsstufe zu Belastungsstufe im Material verändert. Dank der Nachwuchsforscherin können künftig mathematisch optimierte Algorithmen die Analyse derartiger Bewegungsmuster übernehmen. Mit „twisted light“ oder Licht mit einem Korkenzieher-Drehsinn hat sich Eva Prinz beschäftigt. Konkret ging sie im Rahmen ihrer Promotion der Frage nach, ob und wenn ja, bei welchen Festkörpern sich Effekte zeigen, wenn man sie mit derartig verdrehtem Licht beschießt. Dies ist, so das Ergebnis, bei magnetischen Materialien der Fall – hier veränderte der Bahndrehimpuls des Lichts die magnetische Ordnung.

Bei der Promotionsarbeit von Bozhidar Ivanov stand eine raumplanerische Herausforderung im Mittelpunkt: Schrumpfende Städte. Die Arbeit liefert eine umfassende und länderübergreifend vergleichende Analyse (Deutschland, Spanien, Niederlande). Zudem entwickelte der Nachwuchsforscher handhabbare Ansätzen zum smarten Umgang mit Stadtschrumpfung. Anna Priester vervollständigte abschließend die Runde der acht Preisträgerinnen und Preisträger. Sie hat sich im Rahmen ihrer Promotion mit dynamischer Preissetzung beschäftigt, die uns beispielsweise bei der Online-Buchung von Flügen begegnen. Sie nahm dabei eine verhaltenswissenschaftliche Perspektive ein und untersuchte, wie derartige Preissysteme bei Konsumenten ankommen.

Alle Auszeichnungen im Überblick

Alles in allem repräsentierten die ausgezeichneten Abschussarbeiten ein Großteil des Fächerspektrums der RPTU in Kaiserslautern. Hier noch einmal der Gesamtüberblick mit Angabe der fachlichen Betreuerinnen und Betreuer:

Für ihre Dissertationen wurden Dr. Kristina Keuper (Prof. Zuzana Storchová, Fachbereich Biologie), Dr. Paul Nikolaus (Prof. Jens Schmitt, Fachbereich Informatik), Dr. Paul Breuninger (Prof. Sergiy Antonyuk, Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik), Dr. Tessa Nogatz (Prof. Claudia Redenbach, Fachbereich Mathematik), Dr. Eva Prinz (Prof. Martin Aeschlimann, Fachbereich Physik), Dr. Bozhidar Ivanov (Prof. Karina Pallagst, Fachbereich Raum- und Umweltplanung) und Dr. Anna Priester (Prof. Stefan Roth, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften) ausgezeichnet.

Für seine Masterarbeit wurde Pascal Lange (Prof. Dirk Bayer/Prof. Oda Pälmke, Fachbereich Architektur) ausgezeichnet.